Vergleich für KMU und Mittelstand
Power Automate vs. Zapier vs. Make:
Welches Tool passt für dein KMU?
Von Marcel Lehmann, Power Platform Consultant & Trainer, Microsoft MVP. Preise und Angaben: Stand 1. Oktober 2026.
Du führst ein KMU oder ein Unternehmen im Mittelstand und willst wiederkehrende Abläufe automatisieren, zum Beispiel Anfragen aus dem Webformular ins CRM übertragen oder Freigaben per Mail einholen. Dafür stehen meist drei Tools auf der Liste: Power Automate von Microsoft, Zapier und Make. Diese Seite hilft dir, dich zu entscheiden, ohne dass du dich vorher in Technik einarbeiten musst. Du erfährst auch, in welchen Fällen Zapier oder Make besser passt als Power Automate, und siehst die Lizenzen in CHF und EUR nebeneinander.
Die Entscheidung in drei Sätzen
Nutzt dein Unternehmen Microsoft 365 und sollen Rechte, Besitz und Datenstandort zentral steuerbar sein, nimm Power Automate. Verbindest du viele Fremd-Apps und soll niemand im Haus etwas verwalten, ist Zapier der schnellere Start, dafür verarbeitet Zapier deine Daten auf Servern in den USA. Brauchst du verzweigte Abläufe und willst du pro Ausführung wenig bezahlen, schau dir Make an und rechne vorher mit deinem echten Ablauf nach.
Warum das so ist, was es kostet und wo diese Empfehlung kippt, steht in den Abschnitten unten. Alle Preise sind Listenpreise ohne Steuern, mit Quelle und Abrufdatum 1. Oktober 2026.
Ich bin Microsoft MVP und arbeite täglich mit der Power Platform. Das färbt meinen Blick, und du sollst das wissen. Deshalb steht in jedem Abschnitt, wo Zapier oder Make besser passen, und jede Zahl hat eine Quelle mit Abrufdatum.
Wann Power Automate gewinnt
Microsoft 365 ist schon da
Hast du Microsoft 365, kannst du mit deiner Lizenz Flows bauen, die nur Standard-Konnektoren nutzen, etwa für SharePoint und Outlook. Dafür kaufst du nichts dazu. Nicht enthalten sind Premium-Konnektoren (ausser in Dataverse-for-Teams-Umgebungen), eigene Konnektoren und das On-Premises-Gateway. Dort beginnt die Premium-Falle, die ich im Lizenzabschnitt beschreibe.
Das offizielle Tageslimit liegt bei 6'000 Aktionen, mit Power Automate Premium bei 40'000. Als Aktion zählt jeder Trigger und jeder Schritt, erfolgreich oder fehlgeschlagen. Übersprungene Schritte zählen nicht. Ein Ablauf mit vier Aktionen, der 500-mal am Tag läuft, verbraucht 2'000 Aktionen und bleibt damit unter dem Limit. Kreisen deine Abläufe um SharePoint und Outlook, reicht für den Start oft die Lizenz, die du schon hast.
Microsoft befindet sich bei diesen Limits in einer Übergangsphase und wendet aktuell höhere Werte an (10'000 / 200'000 / 500'000 Aktionen pro Tag und Lizenz); die niedrigeren, offiziellen Limits oben greifen laut Microsoft frühestens sechs Monate nach der allgemeinen Verfügbarkeit der Nutzungsberichte. Microsoft rät trotzdem, Flows für die offiziellen, niedrigeren Limits auszulegen.
Governance: Rechte, Besitz und Richtlinien
Sobald mehrere Menschen Flows bauen, zählt Kontrolle mehr als Komfort. In Power Automate steuern Administratoren im Power Platform Admin Center über Datenrichtlinien den Zugriff auf Konnektoren. Jeder Flow hat einen Besitzer, und der Besitzer bestimmt den Ausführungskontext: Für Lizenz und Tageslimit laufen automatisierte und geplante Flows im Kontext ihres Besitzers, Flows mit manuellem Start im Kontext der Person, die sie auslöst.
Das hilft, solange du den Besitz im Griff hast. Verlässt der Besitzer das Unternehmen, brauchst du einen Plan. Bei Flows ausserhalb einer Lösung lässt sich der Besitzer laut Tipp 20 (englisch) nicht direkt ändern, bei Flows in einer Lösung schon. Was nach dem Weggang einer Person mit ihren Flows passiert, beschreibt der Governance-Beitrag «Ein deaktivierter Besitzer deaktiviert nicht den Flow».
Datenhaltung: die Region deiner Umgebung
Deine Power-Automate-Umgebung liegt in einer Region, die Microsoft anhand deiner Mandantendaten zuweist; ohne besondere Berechtigung zeigt das Portal nur Makroregionen, darunter «EU und EFTA» mit der Schweiz. Eine einzelne, konkrete Region wählen zu können setzt Advanced Data Residency für alle Microsoft-365-Lizenzen deines Mandanten voraus. Ob deine Daten damit tatsächlich in der EU oder der Schweiz bleiben, hängt von weiteren Bedingungen ab, die ich im Abschnitt zum Datenschutz erkläre. Prüfe das, bevor du gegenüber Kunden oder in einer Datenschutzerklärung behauptest, die Daten blieben in der Schweiz.
Wo Power Automate schwächer ist
Ausserhalb von Microsoft wird es dünner. Für bexio, sevDesk, Personio und Lexware Office finde ich in der Konnektorenreferenz von Microsoft keinen Konnektor unter diesem Namen (geprüft am 1. Oktober 2026). Für Lexoffice gibt es einen Konnektor eines unabhängigen Herausgebers in der Vorschau, und er zählt zu den Premium-Konnektoren. Zapier und Make führen alle vier Apps, wobei ich den Funktionsumfang nicht geprüft habe. Lücken schliesst du mit der HTTP-Aktion (laut Tipp 58 (englisch) Premium) oder mit einem eigenen Konnektor (Premium). Beides verlangt technisches Wissen.
Wann Zapier gewinnt
Viele Fremd-Apps, wenig Aufwand
Zapier nennt über 9'000 angebundene Apps, Make über 3'000 (jeweils Herstellerangaben auf den Preisseiten). Microsoft nennt für Power Automate mehr als 1'000 Konnektoren. Die Gesamtzahl sagt wenig. Wichtig ist, ob deine eigenen Apps dabei sind. Bei Programmen aus dem deutschsprachigen Raum sieht es für Zapier und Make besser aus als für Power Automate. Das zeigt eine kleine Stichprobe vom 1. Oktober 2026:
| App | Zapier | Make | Power Automate |
|---|---|---|---|
| bexio | Integrationsseite vorhanden | Integrationsseite vorhanden | kein Konnektor unter diesem Namen gefunden |
| sevDesk | Integrationsseite vorhanden | Integrationsseite vorhanden | kein Konnektor unter diesem Namen gefunden |
| Lexware Office / lexoffice | Integrationsseite vorhanden | Integrationsseite vorhanden | Konnektor eines unabhängigen Herausgebers, Vorschau, Premium |
| Personio | Integrationsseite vorhanden | Integrationsseite vorhanden | kein Konnektor unter diesem Namen gefunden |
Gezählt habe ich nur, ob es eine Integrationsseite oder einen Konnektor gibt. Ob der Funktionsumfang für deinen Ablauf reicht, habe ich nicht geprüft.
Wenig Verwaltung
Zapier lässt sich ohne eigene Power-Platform-Umgebung nutzen: keine Datenrichtlinien, keine Lizenzzuweisung pro Person. Du meldest dich an und baust den ersten Ablauf.
Auch die Zählweise ist freundlich. Als Task zählen nur erfolgreiche Aktionsschritte. Trigger, Filter, Paths, Formatter-Schritte und fehlgeschlagene Schritte kosten nichts. Zum Ausprobieren gibt es einen kostenlosen Plan mit 100 Tasks pro Monat.
Wo Zapier schwächer ist
Ein Haken ist der Datenstandort. Zapier verarbeitet Daten auf Servern von AWS in den USA und schreibt auf der eigenen Datenschutzseite, eine Speicherung nur in der EU werde nicht unterstützt. Zapier steht in der öffentlichen Liste des Data Privacy Framework (englisch) mit dem Status «Active» für das EU-US und das Swiss-US Data Privacy Framework (Abruf am 1. Oktober 2026). Was das heisst, steht im Abschnitt zum Datenschutz.
Der zweite Haken ist die Mengenlogik. Die Kosten steigen mit den Tasks, wie die Preisleiter im Lizenzabschnitt zeigt. Reicht dein Kontingent nicht, kannst du Pay-per-Task bis zum Dreifachen des Plan-Limits zubuchen. Ohne diese Option hält Zapier neue Durchläufe zurück, bis der Abrechnungszyklus zurückgesetzt wird. Ein Ablauf, der mitten im Monat stillsteht, ist ein Betriebsrisiko, das du einplanen solltest.
Wann Make gewinnt
Verzweigte Abläufe, Preis pro Ausführung
Alle drei Tools können Abläufe verzweigen. Bei Make ist der Router ein Kernbaustein: Er teilt einen Ablauf in mehrere Wege, jeder Weg hat einen eigenen Filter, und eine Fallback-Route fängt auf, was keinen Filter erfüllt. Das passt, wenn du etwa Anfragen nach Betrag, Region oder Produkt auf verschiedene Wege schickst.
Bei Make zahlst du nicht pro Automatisierung. In den bezahlten Plänen sind aktive Szenarien unbegrenzt, der kostenlose Plan erlaubt zwei. Du zahlst für Credits, und bei Apps ohne KI kostet eine Operation ein Credit. Make Core mit 10'000 Credits kostet bei jährlicher Zahlung USD 9 pro Monat, das sind rund CHF 7.50 beziehungsweise EUR 8.00 (Referenzkurs der EZB vom 1. Oktober 2026). Wie viele Credits ein Ablauf verbraucht, hängt von der Zahl seiner Module ab; ob Abfragen ohne neue Daten ebenfalls Credits kosten, konnte ich nicht belegen.
Wo Make schwächer ist
Make zeigt Preise nur in US-Dollar. Die Franken- und Euro-Werte auf dieser Seite sind Umrechnungen mit dem Referenzkurs der EZB vom 1. Oktober 2026 (1 USD = 0.835 CHF = 0.885 EUR), keine Preise des Anbieters. Ob Steuern dazukommen, geht aus der Preisseite nicht hervor. Den Datenstandort wählst du beim Anlegen deiner Organisation (EU oder USA), danach lässt er sich nicht mehr ändern. Make arbeitet mit Datenpaketen und Modulen statt mit einer linearen Schrittfolge, das verlangt eine andere Einarbeitung als bei Zapier.
Preise
Was die Lizenzen kosten, in CHF und EUR
Die drei Tools rechnen in verschiedenen Einheiten. Power Automate rechnet nach Lizenz und Tageslimit, Zapier nach Tasks pro Monat, Make nach Credits pro Monat. Darum lassen sich die Listenpreise nicht eins zu eins vergleichen. Alle Werte sind Preise pro Monat ohne Steuern, Stand 1. Oktober 2026.
Power Automate: Lizenz pro Person oder pro Prozess
| Lizenz | CHF/Monat | EUR/Monat | Was du bekommst |
|---|---|---|---|
| Microsoft 365 (hast du schon) | kein Aufpreis | kein Aufpreis | Standard-Konnektoren, 6'000 Aktionen/Tag |
| Premium (pro Nutzer) | 12.10 | 13.00 | Premium-Konnektoren, 40'000 Aktionen/Tag |
| Process (pro Bot) | 121.50 | 130.00 | Premium-Konnektoren für einen Flow, egal wer ihn ausführt, 250'000 Aktionen/Tag, bis zu 10 Process-Lizenzen je Flow kombinierbar |
Die Preise gelten bei jährlicher Abrechnung. Quellen: Microsoft-Preisseiten für die Schweiz und für Deutschland, Limits und Regeln in der Lizenz-FAQ auf Microsoft Learn, Abruf jeweils am 1. Oktober 2026. Microsoft weist auf den Preisseiten darauf hin, dass die angezeigten Preise nur Marketingzwecken dienen und der tatsächliche Preis an der Kasse erscheint.
Premium kostet pro Person. Fünf Personen kosten CHF 60.50 beziehungsweise EUR 65.00 im Monat, zehn Personen CHF 121.00 beziehungsweise EUR 130.00, zwanzig Personen CHF 242.00 beziehungsweise EUR 260.00, fünfzig Personen CHF 605.00 beziehungsweise EUR 650.00. Du brauchst Premium aber nur dort, wo die Regeln im nächsten Abschnitt es verlangen, nicht automatisch für alle.
Zapier: Tasks pro Monat
| Plan | Tasks/Monat | CHF/Monat | EUR/Monat |
|---|---|---|---|
| Free | 100 | 0 | 0 |
| Professional | 750 | 25.55 (17.03 jährlich) | 26.77 (17.85 jährlich) |
| Professional | 1'500 | 49.83 | 52.22 |
| Team | 2'000 | 88.16 (58.78 jährlich) | 92.40 (61.60 jährlich) |
Die Grundwerte gelten bei monatlicher Zahlung, bei jährlicher Zahlung sinkt der Preis um rund ein Drittel. Zapier zeigt Preise in CHF, EUR und USD an und rechnet bei der Zahlung aus USD um. Quelle: zapier.com/pricing, Abruf 1. Oktober 2026.
Make: Credits pro Monat
| Plan (10'000 Credits) | Zahlung | USD | CHF (umgerechnet) | EUR (umgerechnet) |
|---|---|---|---|---|
| Core | jährlich | 9.00 | ca. 7.50 | ca. 8.00 |
| Core | monatlich | 10.59 | ca. 9.00 | ca. 9.50 |
| Pro | jährlich | 16.00 | ca. 13.50 | ca. 14.00 |
| Teams | jährlich | 29.00 | ca. 24.00 | ca. 25.50 |
Der kostenlose Plan umfasst 1'000 Credits pro Monat und zwei aktive Szenarien. Make nennt Preise nur in USD. Die CHF- und EUR-Werte sind mit den Referenzkursen der EZB vom 1. Oktober 2026 umgerechnet (EUR/USD 1.1298, EUR/CHF 0.9437) und gerundet. Quellen: make.com/en/pricing und EZB-Referenzkurse, Abruf 1. Oktober 2026.
Lizenzregeln
Die Premium-Falle bei Power Automate
Die Falle sieht so aus: Du baust einen Flow mit deiner Microsoft-365-Lizenz, er läuft, und irgendwann kommt ein Konnektor dazu, der Premium ist. Ab diesem Moment ist der Flow eine Lizenzfrage. Wer die Lizenz braucht, hängt von der Art des Flows ab.
| Art des Flows | Wer braucht Premium |
|---|---|
| Automatisierter oder geplanter Flow mit Premium-Konnektor | nur der Besitzer des Flows |
| Flow mit manuellem Start (Button), den mehrere Personen auslösen | jede Person, die ihn ausführt, oder du lizenzierst den Flow mit einer Process-Lizenz |
| Flow mit Process-Lizenz | keine einzelne Person; der Flow nutzt die Process-Limits, egal wer ihn ausführt |
Die Process-Lizenz kostet CHF 121.50 beziehungsweise EUR 130.00 im Monat. Premium für zehn Personen kostet CHF 121.00 beziehungsweise EUR 130.00. Ab elf Personen, die denselben Flow per Knopfdruck auslösen, ist die Process-Lizenz deshalb günstiger.
Lizenzen über Umwege zu sparen, ist ein Verstoss. Microsoft nennt das Multiplexing und führt als Beispiel einen Flow an, der indirekt über einen SharePoint-Upload ausgelöst wird und eine Mail verschickt. Auch bei einem gemeinsam genutzten Dienstkonto als Besitzer oder ausführende Person gelten bei Premium-Funktionen feste Regeln: Teilen wenige Personen das Konto, lizenzierst du diese Personen und das Konto, teilen viele es, weist du dem Flow eine Process-Lizenz zu.
Nutzt dein Mandant Managed Environments, braucht dort jede aktive Nutzung eine passende Lizenz, auch bei sonst lizenzfreien Standardfunktionen. Ab Februar 2027 setzt Microsoft das strenger durch: Wer dann keine passende Lizenz hat, kann die App oder den Flow nicht mehr öffnen.
Erst prüfen, ob Standard reicht
Die Konnektoren für Outlook und SharePoint sind als Standard eingestuft und enthalten je eine Aktion für HTTP-Anfragen. Beides geht ohne Premium. Die eingebaute, generische HTTP-Aktion dagegen gilt laut Tipp 58 (englisch) als Premium. Zur Vertiefung gibt es Tipp 138 zur Graph API per HTTP und Tipp 142 zu Outlook-Kategorien, beide englisch.
Dataverse for Teams für kleine Lösungen
Mit Office-365-Lizenzen sind Premium-Konnektoren in Dataverse-for-Teams-Umgebungen möglich. Für kleine Lösungen ist das ein günstiger Weg, den Tipp 52 (englisch) beschreibt. In einem Angebot für ein Kleinunternehmen aus dem Bau- und Heizungsbau plane ich die Datenbasis deshalb auf Dataverse for Teams statt auf Premium-Lizenzen: Die Lizenzkosten bleiben sehr gering. Stand: Angebot.
Bei einem Planungsbüro scheiterte eine bestehende No-Code-Automatisierung an den Rate-Limits der Microsoft Graph API. Die Ablösung läuft in Power Automate Premium mit HTTP-Konnektor, Delta-Abfragen und gebündelten Anfragen (JSON-Batching), um diese Grenzen zu umgehen. Den Hauptanteil an der Verbesserung hat die Delta-Abfrage statt einer Vollsynchronisation, nicht der Wechsel des Tools. Stand: in Umsetzung.
Zwei Stolpersteine bei den Limits
Die Tageslimits pro Nutzerlizenz lassen sich nicht zusammenlegen: Zwei Personen mit Premium haben je ihr eigenes Limit, nicht gemeinsam das Doppelte. Bei der Process-Lizenz ist das anders: Dort lässt sich das Limit je Flow durch zusätzliche Process-Lizenzen erhöhen, bis zu zehn Process-Lizenzen pro Flow. Flows, die 14 Tage am Stück gedrosselt sind, schaltet Power Automate ab und benachrichtigt den Besitzer. Mehr zu Konnektoren und Lizenzen steht im Newsletter zum Konnektoren-Mythos.
Migration
Drei Fehler beim Wechsel von Zapier zu Power Automate
Wer von Zapier wechselt, nimmt die bestehenden Zaps oft als Vorlage und baut sie nach. Beim Nachbauen drohen drei Fehler, die du vorab vermeiden kannst.
Fehler 1: Die Zaps eins zu eins nachbauen
In Power Automate holst du dir oft ganze Listen und gehst sie in Schleifen durch. Jeder Durchlauf einer Schleife zählt als Aktion, und auch fehlgeschlagene Aktionen zählen gegen das Tageslimit. Dazu kommt die Paginierung: Der Standardwert liegt laut Tipp 97 (englisch) bei 100 Einträgen für SharePoint und 256 für Excel. Wer das nicht anpasst, verarbeitet bei grossen Listen nur einen Teil und merkt es nicht. Plane die Abläufe deshalb als Neubau mit den Mitteln von Power Automate, nicht als Kopie.
Fehler 2: Konnektoren und Lizenz erst nach dem Bau prüfen
Liste vor dem Umzug alle Apps auf, die deine Zaps verbinden. Prüfe für jede, ob es einen Konnektor gibt und ob er Standard oder Premium ist. Dann bleiben die eingebaute HTTP-Aktion (Premium) oder ein eigener Konnektor, der in den Microsoft-365-Lizenzen nicht enthalten ist. Entscheide danach, welche Flows automatisiert laufen und welche per Knopfdruck, denn davon hängt ab, wer die Lizenz braucht.
Fehler 3: Besitz, Ausführungskontext und Fehlerbehandlung offenlassen
Automatisierte Flows laufen im Kontext ihres Besitzers. Gehört ein Flow einer einzelnen Mitarbeiterin, steht er und fällt er mit ihrem Konto. Verbindungen, die dauerhaft laufen sollen, gehören deshalb an ein Funktionskonto statt an eine persönliche Adresse. Hintergrund zum Benutzerkontext steht in Tipp 126 (englisch). Baue Flows in Lösungen, damit sich der Besitzer später wechseln lässt (Tipp 20, englisch), und plane die Fehlerbehandlung von Anfang an mit einem Try-Catch-Finally-Muster aus Bereichen (Tipp 15, englisch).
Datenschutz
Wo deine Daten liegen (revDSG und DSGVO)
Beim Datenschutz stellen sich zwei Fragen: Wo werden die Daten verarbeitet, und auf welcher Rechtsgrundlage dürfen sie dorthin? Die Antworten unterscheiden sich bei den drei Tools deutlich.
| Power Automate | Zapier | Make | |
|---|---|---|---|
| Wo die Daten verarbeitet werden | in der Region deiner Umgebung (zum Beispiel Schweiz oder Europa, von Microsoft zugewiesen) | auf Servern von AWS in den USA | EU oder USA, gewählt pro Organisation |
| Was du beeinflussen kannst | Advanced Data Residency für eine konkrete Region, Rechnungsadresse | keine Regionswahl; Zapier schreibt, eine Speicherung nur in der EU werde nicht unterstützt | Region beim Anlegen der Organisation, danach nicht mehr änderbar |
| Grundlage für Transfers in die USA | Microsoft Corporation in der Liste des Data Privacy Framework, Status «Active» | Zapier, Inc. in der Liste des Data Privacy Framework, Status «Active» | Celonis Inc. in der Liste des Data Privacy Framework, Status «Active»; für Unterauftragsverarbeiter gelten laut Make Standardvertragsklauseln |
Quellen: Microsoft Learn: Makroregionen, Zapier: Datenschutz, Make: Organisationen, Data Privacy Framework: Liste der Teilnehmer (englisch), Abruf jeweils am 1. Oktober 2026.
Power Automate: die Bedingungen der EU Data Boundary
Für Power Platform gelten zwei Bedingungen zugleich. Dein Mandant und alle Umgebungen liegen in der Makroregion «EU und EFTA», zu der unter anderem Deutschland und die Schweiz gehören. Und deine Rechnungsadresse liegt in einem Land der EU Data Boundary. Erfüllst du nur eine der beiden, liegen deine Umgebungen nicht in der EU Data Boundary (Microsoft Learn).
Auch wenn beides stimmt, gibt es Ausnahmen: Namen und Beschreibungen von Apps, Logos sowie Tabellen- und Spaltennamen können weltweit repliziert werden, und bei Cloud-Flows, die vor November 2024 ausserhalb von Lösungen erstellt wurden, können pseudonymisierte Daten global repliziert sein. Darum stimmt der Satz «Unsere Daten bleiben in der Schweiz» nicht ohne Bedingungen. Prüfe die Region der Umgebung, die Rechnungsadresse sowie Alter und Art der Flows.
Der rechtliche Rahmen
Das revidierte Datenschutzgesetz der Schweiz (revDSG) gilt seit dem 1. September 2023. Für Datenübermittlungen an zertifizierte US-Unternehmen gilt in der Schweiz seit dem 15. September 2024 das Swiss-US Data Privacy Framework. In Deutschland und Österreich gilt die DSGVO, für Übermittlungen an zertifizierte US-Unternehmen gestützt auf den Angemessenheitsbeschluss zum EU-US Data Privacy Framework vom 10. Juli 2023. Das Gericht der Europäischen Union wies eine Klage gegen diesen Beschluss am 3. September 2025 ab, gegen das Urteil wurde am 31. Oktober 2025 Berufung eingelegt; der weitere Stand des Verfahrens ist nicht abschliessend verfolgt.
Verarbeitest du Personendaten in der Automatisierung, etwa Kundenkontakte oder Bewerbungen, ist jeder zusätzliche Anbieter eine weitere Auftragsverarbeitung, die du prüfen, dokumentieren und freigeben musst. Schliesse mit jedem Anbieter eine Auftragsverarbeitungsvereinbarung ab und lies die Liste seiner Unterauftragsverarbeiter.
Das ist keine Rechtsberatung. Lass den konkreten Fall von deiner Datenschutzstelle prüfen.
Mittelstand
Was im Mittelstand dazukommt
Sobald mehrere Abteilungen Flows bauen und IT, Datenschutz und Geschäftsleitung mitentscheiden, verschiebt sich die Frage. Dann zählt, wer den fünfzigsten Ablauf in zwei Jahren noch versteht.
Bei fünf Personen ist die Lizenzfrage eine Fussnote, bei fünfzig nicht. Power Automate Premium kostet für 50 Personen CHF 605.00 beziehungsweise EUR 650.00 im Monat. Lösen viele Personen denselben Flow mit Premium-Konnektor per Knopfdruck aus, kann eine Process-Lizenz für CHF 121.50 beziehungsweise EUR 130.00 den Flow abdecken: ab elf Personen günstiger als Premium pro Person. Bei Zapier richtet sich der Preis nach den Tasks pro Monat.
Power Automate bringt Datenrichtlinien mit, über die Administratoren steuern, welche Konnektoren in Flows vorkommen dürfen. Den Besitzer eines Flows kannst du bei Flows in Lösungen wechseln, bei Flows ausserhalb nicht direkt. Zur Vertiefung gibt es die Governance-Beiträge «Besitz, der Offboarding übersteht» und «Lizenzen und Governance». Bei Zapier können Administratoren in Team- und Enterprise-Plänen den Task-Verbrauch pro Mitglied als CSV exportieren.
Viele Betriebe haben ein Buchhaltungs- oder ERP-System im Zentrum, zum Beispiel DATEV, Abacus oder bexio. Ob es dafür einen Konnektor gibt, entscheidet oft über die Tool-Wahl. Prüfe das als Erstes und nicht als Letztes.
Nimm einen Ablauf, der heute Zeit frisst und keine kritischen Personendaten enthält. Baue ihn in dem Tool, das die Entscheidungstabelle unten für deine Lage nennt. Lass ihn einen Monat laufen und lies Verbrauch und Kosten ab. Erst danach entscheidest du über die Breite.
Entscheidung
Entscheidungstabelle: welches Tool für welche Lage
| Deine Lage | Eher passend | Worauf du achtest |
|---|---|---|
| Microsoft 365 ist da, die Abläufe drehen sich um SharePoint und Outlook | Power Automate | Standard-Konnektoren sind in deiner Lizenz enthalten, das offizielle Tageslimit liegt bei 6'000 Aktionen |
| Viele Fremd-Apps, niemand will etwas verwalten | Zapier | Daten liegen in den USA, die Kosten steigen mit den Tasks |
| Verzweigte Abläufe, viele Ausführungen, Bezahlung pro Ausführung | Make | Preise in USD, Region (EU oder USA) beim Anlegen der Organisation festlegen |
| Personendaten, die Region soll feststehen | Power Automate oder Make mit EU-Region | Bedingungen der EU Data Boundary prüfen, bei Make lässt sich die Region danach nicht ändern |
| Das Kernsystem heisst bexio, sevDesk oder Personio | Zapier oder Make | Integrationsseiten vorhanden; in Power Automate nur über die HTTP-Aktion oder einen eigenen Konnektor (Premium) |
| Viele Personen lösen denselben Flow mit Premium-Konnektor per Knopfdruck aus | Power Automate mit Process-Lizenz | ab elf Personen günstiger als Premium pro Person |
| Erst ausprobieren, kleine Menge | Zapier Free oder Make Free | 100 Tasks beziehungsweise 1'000 Credits pro Monat |
| Mehrere Abteilungen bauen Flows, IT und Datenschutz reden mit, Microsoft 365 ist da | Power Automate | Datenrichtlinien und Besitzerwechsel in Lösungen sind vorhanden |
Die Tabelle bündelt die Abschnitte oben und ersetzt keine Rechnung mit deinen eigenen Zahlen.
Zusammenarbeit
So unterstütze ich dich bei der Tool-Wahl
Wenn du die Tabelle nicht allein auswerten willst, begleite ich drei Schritte:
- Tool-Wahl: Wir rechnen deine echten Abläufe und Apps in allen drei Tools durch und prüfen Konnektoren, Lizenzen und Datenstandort.
- Einführung: Wir legen Rechte, Besitz und Datenrichtlinien fest und bauen die ersten Flows.
- Migration: Wir prüfen deine bestehenden Zaps, klären Konnektoren und Lizenzen und bauen die Abläufe in Power Automate neu auf.
Zum Einstieg buchst du ein Erstgespräch oder schreibst über die Seite Kontakt.
Weiterführende Seiten
- Workflow-Automatisierung mit Power Automate: Dort steht auch der Abschnitt «Power Automate vs. Zapier vs. n8n». n8n lasse ich auf dieser Seite bewusst aus.
- Power-Platform-Beratung
- Lizenzfinder: für die Lizenzfrage bei Power Platform
- Newsletter zu Konnektoren und Premium-Lizenzen
- Power-Automate-Kurs der Academy
FAQ
Häufige Fragen
Was ist für ein KMU besser: Power Automate oder Zapier?
Power Automate ist die Alternative von Microsoft zu Zapier. Welche besser passt, hängt vor allem davon ab, ob dein Unternehmen Microsoft 365 nutzt. Mit deiner Microsoft-365-Lizenz kannst du Flows mit Standard-Konnektoren bauen, und Rechte, Besitz und Datenstandort lassen sich zentral steuern. Ohne Microsoft 365 oder mit vielen Fremd-Apps ohne Power-Automate-Konnektor kann Zapier der einfachere Start sein. Rechne beide Varianten mit deinen echten Abläufen durch, bevor du entscheidest.
Make oder Power Automate: Was passt zu einem KMU?
Make passt, wenn deine Abläufe viele Verzweigungen haben und du pro Ausführung bezahlen möchtest. Make Core mit 10'000 Credits kostet bei jährlicher Zahlung rund CHF 7.50 beziehungsweise EUR 8.00 pro Monat, umgerechnet aus USD. Power Automate passt, wenn Microsoft 365 im Zentrum steht und Rechte, Besitz und Datenstandort zentral geregelt sein sollen. Mit Standard-Konnektoren kostet Power Automate in deiner Microsoft-365-Lizenz keinen Aufpreis. Für Premium-Konnektoren brauchst du Power Automate Premium für CHF 12.10 beziehungsweise EUR 13.00 pro Nutzer und Monat oder eine Process-Lizenz.
Ist Make günstiger als Zapier?
Beim Listenpreis pro Einheit ja: Make Core mit 10'000 Credits kostet bei jährlicher Zahlung rund CHF 7.50 beziehungsweise EUR 8.00 pro Monat, Zapier Professional mit 750 Tasks CHF 17.03 beziehungsweise EUR 17.85. Die Einheiten sind aber verschieden. Make rechnet in Credits (bei Apps ohne KI ein Credit pro Operation), Zapier in Tasks (nur erfolgreiche Aktionsschritte). Ob Make günstiger ist, zeigt erst die Rechnung mit deinem Ablauf.
Ist Power Automate in Microsoft 365 kostenlos?
Teilweise. Mit Microsoft-365-Lizenzen kannst du Flows mit Standard-Konnektoren bauen, etwa für SharePoint und Outlook. Premium-Konnektoren (ausser in Dataverse-for-Teams-Umgebungen), eigene Konnektoren und das On-Premises-Gateway sind nicht enthalten. Dafür brauchst du Power Automate Premium für CHF 12.10 beziehungsweise EUR 13.00 pro Nutzer und Monat (jährliche Abrechnung, ohne Steuern) oder eine Process-Lizenz. Microsoft wendet heute, waehrend einer Uebergangsphase, hoehere Tageslimits an als die offiziellen 6'000 und 40'000 Aktionen; massgeblich fuer die Planung bleiben die offiziellen, niedrigeren Werte.
Wo liegen meine Daten bei Power Automate, Zapier und Make?
Zapier verarbeitet Daten auf Servern in den USA und bietet nach eigener Auskunft keine Speicherung nur in der EU an. Bei Make wählst du pro Organisation zwischen EU und USA, nachträglich ändern lässt sich das nicht. Bei Power Automate liegt deine Umgebung in der Region, die Microsoft anhand deiner Mandantendaten zuweist; eine bestimmte Region wählen zu können setzt Advanced Data Residency für alle Microsoft-365-Lizenzen deines Mandanten voraus. Die EU Data Boundary gilt für Power Platform nur, wenn Mandant und Umgebungen in der Region EU und EFTA liegen und die Rechnungsadresse in einem Land der EU Data Boundary liegt. Das ist keine Rechtsberatung. Lass den konkreten Fall von deiner Datenschutzstelle prüfen.
Worauf muss ich beim Umzug von Zapier zu Power Automate achten?
Auf drei Fehler. Erstens die Zaps eins zu eins nachbauen, statt die Abläufe neu zu planen: Schleifen, Paginierung und Tageslimits zählen in Power Automate anders. Zweitens Konnektoren und Lizenz erst nach dem Bau klären, obwohl davon abhängt, wer Premium braucht. Drittens Besitz, Ausführungskontext und Fehlerbehandlung offenlassen, sodass ein Flow an einer einzelnen Person hängt. Prüfe vor dem Umzug für jede App deiner Zaps, ob es einen Konnektor gibt und ob er Standard oder Premium ist.
Marcel Lehmann ist Power Platform Consultant & Trainer und Microsoft MVP. Seine Erfahrung: 150+ Projekte seit 2018*. KMUpower besteht seit 2023. Die Preise und Regeln aller drei Tools auf dieser Seite stammen von den Herstellerseiten und aus der Herstellerdokumentation.
* Projekte von Marcel Lehmann als Person seit 2018. KMUpower folgte 2023.
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